Weihnachts-Challenge Tag 1: Idee und Stoff

Weihnachtschallenge 1

Du hast da diese Idee. Dieses Buch, das du schon lange schreiben wolltest. Vielleicht hast du auch ganz viele Ideen, so viele, dass du dich nicht entscheiden kannst. Die schlechte Nachricht ist: Je länger du über deine Ideen grübelst, desto schwerer wird es mit dem Beginnen. Also bringen wir heute die Sache hinter uns, sammeln und sortieren deine Ideen und machen Nägel mit Köpfen!

1. Schritt: Sorge für die richtige Umgebung

Wo du arbeitest, ist eigentlich egal. Wenn du so wie ich der Schreibtisch-Typ bist, dann stelle dir dort alles bereit, was du brauchst. In meinem Fall eine Teetasse. Ich bevorzuge einen freien, komplett aufgeräumten Tisch, weil er mir Platz für meine Gedanken lässt. Wenn du aber das Chaos vorziehst, dann pfeife aufs Aufräumen (über Prokrastination, neudeutsch für Aufschieberitis, erzählen dir wahrscheinlich Marek und Nils später noch mehr). Genauso kannst du aber auch auf dem Sofa lümmeln, im Bett ein paar Kissen in den Rücken stopfen oder auf dem Boden liegen. Und wenn du andere Leute um dich brauchst, gehe in ein Kaffeehaus oder in eine Bibliothek. Beim Schreiben gibt es keine Vorschriften, es muss für dich funktionieren.

Ein freier Blick öffnet übrigens deinen Horizont, wenn du aber auf eine Wand schauen musst, dann nimm wenigstens die To-Do-Listen, Post-its und Tabellen ab und hänge ein inspirierendes Poster auf. Am besten eines, das zu deinem Projekt passt. Hast du es lieber ruhig oder stimuliert dich Musik? Wähle vielleicht besser eine ohne Text, der Song soll dich inspirieren, nicht deine Gedanken vorgeben.

2. Schritt: Kurble deine Kreativität an

Struktur ist hilfreich, aber in einem zu frühen Stadium schießt sie dein Projekt ab. Und deshalb werden wir die Logik gleich einmal aushebeln. Keine Sorge, sie darf noch früh genug mitspielen 😉 Das gilt übrigens nicht nur beim Romanschreiben sondern auch für Sachtexte oder Ratgeber.

Nimm dir ein leeres Blatt Papier oder schlage eine neue Seite in deinem Notizbuch auf. Auch wenn du sonst gerne elektronisch arbeitest, rate ich dir, die heutigen Übungen handschriftlich zu machen. Selbst wenn du schreibst wie der Hahn am Mist 😉 Frag mich nicht, wie es funktioniert, aber es hat mit den beiden Hirnhälften zu tun. Wenn du mit der Hand schreibst, setzt du einfach leichter deine Kreativität frei, und davon brauchen wir heute eine Menge.

3. Schritt: Ein Jahresrückblick der anderen Art

Kaum sind wir mit Weihnachten durch, bricht der nächste Hype aus. Im Fernsehen, in Zeitungen, Blogs und weiß der Kuckuck wo noch scheinen alle ganz verrückt nach Jahresrückblicken zu sein, lassen positive und negative Highlights Revue passieren oder veröffentlichen das Best-Of ihrer Beiträge. Lass sie reden! Dein Rückblick sieht heuer anders aus.

  • Schreibe alle Buchideen auf, die dir heuer gekommen sind. Ganz egal, ob du sie für realistisch hältst, ob sie in dein Profil passen oder dir größenwahnsinnig erscheinen. Bewerte nicht, halte einfach mal deine Ideen in Schlagworten fest.
  • Jetzt gehe deine Ideensammlung durch. Wenn es so richtig schön im Bauch kribbelt, wenn dein Herz schneller schlägt und du unruhig zappelst und du am liebsten sofort loslegen willst, dann ringle die Idee ein. Schreibe ein Buch nie nur mit dem Verstand, du wirst nur Spaß haben, wenn du dafür brennst. Und nur wenn du etwas mit Leidenschaft angehst, wird sich dein Buch von anderen Büchern auf dem Markt abheben und richtig gut werden.
  • Wenn nur mehr die Leidenschafts-Ideen übrig sind, kommt die Qual der Wahl, jetzt musst du dich für ein Projekt entscheiden. Warum nur für eines? Weil deine Leser merken, ob du deine Aufmerksamkeit teilst oder dich mit Haut und Seele deinem Buch verschreibst. Wenn dir die Entscheidung schwerfällt, dann zäume das Pferd von hinten auf. Nimm an, dass du die anderen Projekte nicht verschiebst, sondern ersatzlos streichen musst. Du brauchst ein starkes Gefühl, etwas, das weh tut. Wenn du es kaum aushältst, eine Idee zu streichen, dann hast du die richtige gefunden.

4. Schritt: Jetzt geht es an die Stoffsammlung

Gratuliere, dein Thema hast du! Nun sorgen wir dafür, dass du auch ein ganzes Buch damit voll kriegst. Das sollte nicht allzu schwer sein, wenn es dein Leidenschaftsthema ist, aber sicher ist sicher, also gebe ich dir zwei Kreativitätstechniken an die Hand:

30 Ideen in 60 Sekunden

  • Nimm dir ein leeres Blatt Papier oder eine neue Seite in deinem Notizbuch.
  • Schreibe deine Projektidee auf das Blatt.
  • Bestimme ein Schrottwort, egal welches. Seifenkiste zum Beispiel. Dieses Wort brauchst du nur dann, wenn der Prozess ins Stocken gerät.
  • Stelle dir den Timer auf deinem Smartphone auf 60 Sekunden.
  • Und jetzt schreibe alles auf, was dir einfällt. Nicht denken, nur schreiben. Wenn du die Idee schon hattest, egal, schreib sie noch mal auf. Wenn dir nichts mehr einfällt, schreibe das Schrottwort. Wichtig ist, dass du den Stift nicht absetzt.

Vermutlich schaffst du beim ersten Mal keine 30 Wörter, dann wiederhole die Übung und trainiere deine Kreativität wie einen Muskel. Ich selbst schreibe nicht schnell genug und schaffe schon deshalb nicht alle dreißig. Und ob alle Einfälle Sinn machen, ist nicht wichtig, hier kommt es auf die Menge und die in Gang gesetzten Assoziationen an. Die Auswahl kommt erst später.

Hier gebe ich dir ein Beispiel zum Thema »Liebe«.

Stoffsammlung zu Liebe

Clustering

Das ist eine meiner Lieblingstechniken, denn mit ihr sammelst du Ideen und stellst schon erste Bezüge her. Auf Wikipedia findest du ein paar Hintergründe zum Clustern.

  • Nimm dir wieder ein leeres Blatt oder eine neue Seite.
  • Schreibe deine Projektidee in die Mitte und ringle sie ein.
  • Schreibe die erste Assoziation, ringle sie ein und ziehe von der Projektidee einen Strich dorthin. Wenn du von der Assoziation auf eine neue kommst, schreibe sie auf, ringle ein und ziehe den Strich. Wenn die Gedankenkette zu Ende ist, dann starte eine neue.

Cluster kannst du für ganze Bücher, für einzelne Kapitel oder auch für einzelne Szenen, für Figuren oder Schauplätze verwenden.

Ich gebe dir wiederum ein Beispiel zum Thema »Liebe«.

Cluster zu Liebe

 

 

Deine heutigen Aufgaben:

  1. Notiere alle Buchideen.
  2. Entscheide dich für eine davon. Mit dem Bauch, nicht mit dem Kopf!
  3. Sammle 30 Ideen dazu in 60 Sekunden.
  4. Erstelle einen Cluster für dein Projekt.

Ideen solltest du nun genügend haben, morgen zeigt dir Christine, wie du sie in eine erste Struktur bringst.

 

Viel Spaß beim Schreiben!

unterschrift

Bild: (c) olly – Fotolia.com

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9 Kommentare, sei der nächste!

  1. Klasse, nach einem frischen Lauf habe ich mich an die Arbeit gemacht. Sorry, ich habe gerade nur eine Übersezung im Kopf und das fertige Buch im Lektorat. Ich nutze die Inhalte für einen Coaching-Letter :). Ideensammlung und Cluster sind gemacht – freue mich auf die nächste Übung. Eine tolle Idee von Euch. LG, Wencke

    1. Liebe Wencke,

      Was heißt hier sorry? 😉 Ich finde es toll, dass du die Challenge für deinen Coaching-Letter nützt, und du wirst sehen, sehr viele Techniken des kreativen Schreibens lassen sich auch hervorragend auf Sachtexte anwenden. Einen Cluster für einen Coaching-Letter stelle ich mir höchst interessant vor!

      Alles Liebe und weiter so 🙂
      Barbara

  2. Ich werde mich auch mal bemühen mitzumachen. Habe bereits einmal beide Übungen von einer Idee mitgemacht, aber nachher doch gemerkt, dass ich lieber über was anderes schreiben möchte… Mal sehen ob es jetzt dann besser klappt…

    1. Liebe Velutina,

      Aber du HAST es gemerkt! Das ist das Gute daran, wenn du rechtzeitig auf dein Bauchgefühl hörst, selbst wenn du hundert Versuche brauchst. In diesem Stadium ist Herumprobieren absolut gut 🙂 Ich freue mich jedenfalls, dass du dabei bist!

      Liebe Grüße
      Barbara

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